AgNes: Konsultation Orientierungspunkte zur Kostenwälzung

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat Orientierungspunkte zur künftigen Kostenwälzung im Stromnetz veröffentlicht. Das Papier ist Teil des Festlegungsverfahrens zur neuen Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes). Ziel ist es, zentrale Reformoptionen für die Verteilung der Netzkosten zwischen Netzebenen und Netzbetreibern zur Diskussion zu stellen.

Nach Einschätzung der Behörde führt die heutige Systematik der vertikalen Kostenwälzung zunehmend zu regionalen Ungleichgewichten. In Netzgebieten mit hoher dezentraler Erzeugung sinkt der Strombezug aus vorgelagerten Netzebenen, obwohl deren Kosten dadurch kaum reduziert werden. Dies kann zu sogenannten Tarifanomalien führen und Fehlanreize bei der Wahl von Netzanschlusspunkten auslösen.

Die BNetzA prüft daher verschiedene Reformoptionen. Als derzeit bevorzugter Ansatz wird eine Entkopplung der Kostenwälzung von der Netzentgeltstruktur diskutiert. Vorgeschlagen wird insbesondere eine Wälzung der Kosten auf Basis des netzbezogenen Letztverbrauchs, also der gesamten Stromentnahme der Letztverbraucher eines Netzgebiets. Dieser Ansatz soll eine stabilere und regional ausgewogenere Verteilung der Netzkosten ermöglichen.

Darüber hinaus wird auch eine mögliche Vereinfachung der Netzentgeltsystematik erörtert. So könnte die Zahl der abrechnungsrelevanten Netz- und Umspannebenen künftig von sieben auf vier reduziert werden, indem Umspannebenen in die nachgelagerten Netzebenen integriert werden. Dies soll Fehlanreize bei der Wahl der Anschlussnetzebene verringern und die Systemkomplexität reduzieren.

Die Orientierungspunkte dienen der Vorbereitung eines Expertenaustauschs am 10. März 2026. Stellungnahmen können bis zum 17. April 2026 per E-Mail eingereicht werden.

>> Kostenwälzung: Orientierungspunkte der BNetzA (PDF)

>> Verfahren zur Festlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) [GBK-25-01-1#3]

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