Aktionsplan Stromnetz

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seinen „Aktionsplan Stromnetz“ vorgestellt. Laut Altmaier beinhaltet dieser „… Maßnahmen […], mit denen wir endlich durchstarten, den Netzausbau deutlich beschleunigen und bestehende Netze optimieren können.“ Die Vorschläge sind im Zusammenhang zu der anstehenden Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes im Herbst zu sehen.

Der Aktionsplan fußt auf einer Doppelstrategie. Zum einen sollen Bestandsnetze optimiert und höher ausgelastet werden, zum anderen soll der Ausbau beschleunigt werden.

Für die Bestandsleitungen sollen technische Optimierungen greifen, wie z.B. besseres Monitoring zur Nutzung von Freileitungen, neue Leiterseile zum besseren Transport oder eine gleichmäßigere Belastung der Netze durch Bau und Betrieb von Phasenschiebern. Zusätzlich sollen neue Technologien erprobt und eingesetzt werden. Darunter sind z.B. eine stärkere Digitalisierung und Automatisierung der Netze oder eine Verbreitung und Standardisierung neuer Technologien und Betriebsweisen auch in den Verteilernetzen zu verstehen (Smart Grids). Das Engpassmanagement soll optimiert werden. Das könne durch z.B. Einbeziehung aller Erzeugungsanlagen, auch der EE und KWK, erreicht werden. Bei Redispatch sollen auch vermehrt Kraftwerke aus dem Ausland einbezogen werden.

Zur Beschleunigung des Netzausbaus schlägt der Bundeswirtschaftsminister ein vorausschauendes Controlling für jedes Netzvorhaben vor. Zu diesem Zweck sollen beispielsweise regelmäßige Treffen von BMWi, Bundesnetzagentur, Ländern und Netzbetreibern stattfinden. Diese identifizieren konkrete Hindernisse und Risiken für den Zeitplan und erörtern möglichen Gegenmaßnahmen. Daraus resultieren konkrete Zielvereinbarungen und klare Verantwortlichkeiten. Im Bereich der gesetzlichen Maßnahmen soll z.B. der Verzicht auf die Bundesfachplanung bei Netzverstärkung Effekte erzielen. Besonders aussichtsreich scheint, den vorzeitigen Baubeginn einer Trasse ermöglichen, bevor der letzte Meter der gesamten Trasse genehmigt ist.

>> Aktionsplan Stromnetz (PDF)