Aktuelle Kurzmeldungen 01-2026
am 15. Jan 2026
Industriestrompreis: Erster Richtlinienentwurf bekannt geworden
Ein erster Entwurf zur Förderrichtlinie für den geplanten Industriestrompreis kursiert derzeit. Aus dem ISPEX vorliegenden Papier ergeben sich einige Änderungen gegenüber dem offiziellen Eckpunktepapier.
Dem Entwurf zufolge soll sich die Beihilfe aus der Beihilfeintensität von 0,5, dem Differenzpreis sowie dem anrechenbaren Stromverbrauch berechnen. Der Differenzpreis entspricht dabei 50 Prozent des Referenzpreises und ist auf einen Zielpreis von 5 ct/kWh begrenzt. Maßgeblich ist eine allgemeine Begrenzung über den Zielpreis, unabhängig davon, ob der individuelle Strompreis eines Unternehmens durch die Entlastung unter dieses Niveau sinkt. Eine unternehmensspezifische Stromkostenberechnung ist somit nicht vorgesehen.
Als anrechenbarer Stromverbrauch gilt die tatsächlich selbst verbrauchte Strommenge der jeweiligen Abnahmestelle im Abrechnungsjahr – unabhängig von Erzeugungsquelle oder Bezugsart. Nicht selbst verbrauchte oder an Dritte weitergeleitete Strommengen sind ausgeschlossen. Damit ist die Entlastung auch für eigenverbrauchten Strom möglich. Zudem kann indirekter Stromverbrauch für die leitungsgebundene ausgelagerte Produktion von Sekundärenergien und Medien innerhalb von Industrieparks berücksichtigt werden, sofern diese der Abnahmestelle zugeordnet werden können.
Der Entwurf sieht außerdem eine Kombination mit der Strompreiskompensation (SPK) vor. Strommengen, für die im selben Abrechnungsjahr SPK beantragt wird, sind jedoch vom Industriestrompreis ausgeschlossen. Die Entscheidung erfolgt damit auf Ebene der Stromverbräuche, nicht unternehmensbezogen.
Die Antragstellung soll beim BAFA erfolgen. Als Antragsfrist ist ein Zeitraum zwischen dem 31. April und dem 30. September des jeweiligen Antragsjahres vorgesehen, der noch durch das BAFA festgelegt wird.
Briefing: Update Energiekalender 2026
aktueller Stand aus Gesetzgebung und Verwaltungspraxis, praxisnahe Einordnung – plus Zeit für Ihre Fragen.
AGEB: Energieverbrauch 2025 unverändert
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist 2025 voraussichtlich nahezu unverändert geblieben oder leicht gesunken. Das geht aus der Erhebung „Energieverbrauch in Deutschland – Daten für das 1. bis 4. Quartal 2025“ der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) hervor. Demnach verringerte sich der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um rund 0,1 Prozent auf 10.553 Petajoule (PJ) beziehungsweise 360,1 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten.
Verbrauchserhöhend wirkte im Jahresverlauf vor allem die kühlere Witterung, insbesondere in den heizintensiven Monaten Februar, März und Oktober. Ohne diesen Temperatureffekt wäre der Energieverbrauch laut AGEB um etwa 1,2 Prozent gesunken. Die schwache konjunkturelle Entwicklung, vor allem in energieintensiven Industriezweigen, hatte dagegen einen dämpfenden Einfluss.
Bei den Energieträgern zeigen sich gegenläufige Entwicklungen: Der Erdgasverbrauch stieg 2025 um 3,6 Prozent, vor allem aufgrund eines höheren Bedarfs im Raumwärmemarkt sowie eines verstärkten Einsatzes von Gaskraftwerken. Der Verbrauch von Mineralöl ging hingegen um 2,2 Prozent zurück, insbesondere infolge geringerer Nachfrage der chemischen Industrie.
Stein- und Braunkohle verloren weiter an Bedeutung. Während der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken zunahm, sank der Gesamtverbrauch um gut 2 Prozent. Der Verbrauch von Braunkohle verringerte sich um mehr als 6 Prozent. Die erneuerbaren Energien legten insgesamt um 3,6 Prozent zu, wobei der Zuwachs nahezu ausschließlich auf die deutlich gestiegene Solarstromproduktion zurückzuführen ist.
Deutschland blieb 2025 Nettoimporteur von Strom, allerdings auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr. Insgesamt rechnet die AG Energiebilanzen für 2025 mit einem leichten Rückgang der energiebedingten CO₂-Emissionen.
>> Energieverbrauch in Deutschland — Daten für das 1.– 4. Quartal 2025
Ihr smartes Marktinformationstool für den täglichen Energieeinkauf
Risikomanagement. Das Tool liefert energiebezogene Marktdaten und Analysen,
hilft Kaufsignale zu erkennen, Chancen zu nutzen und Ihre Beschaffungsstrategie
gezielt zu optimieren.
