Aktuelle Kurzmeldungen 03-2020

Umweltbonus wird erhöht

Die EU hat keine Einwände gegen die Aufstockung des Umweltbonus erhoben. Im Zuge des Klimaschutzgesetzes Ende 2019 wurde auch eine veränderte Förderung der Elektromobilität beschlossen. Diese tangiert europäisches Beihilferecht. Die Richtlinie soll Ende Februar im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Der bis zum 31. Dezember 2025 verlängerte Bonus fällt nun im Preissegment bis 40.000 Euro 50 Prozent höher aus. Bei teureren Fahrzeugen – nun gedeckelt bis 65.000 Euro – beträgt die Steigerung noch 25 Prozent. Reine Batterieelektrofahrzeuge bis 40.000 Nettolistenpreis erhalten so 6.000 Euro und Plug-In-Hybride 4.500 Euro. Bei höherpreisigen Fahrzeugen sind es dann entsprechend 5.000 Euro, bzw. 3.750 Euro.

Die neuen Fördersätze sollen ab Zulassungen nach dem 4. November 2019 anwendbar sein.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weist auf seiner Internetseite bereits auf die anstehende neue Richtlinienfassung hin. Diejenigen, die bereits einen Antrag gestellt haben, sollen in Kürze Informationen darüber erhalten, ob und wie Sie die erhöhten Fördersätze nutzen können. Das BAFA fordert dazu auf, die Anträge nicht zurückzuziehen.

>> Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft

>> Themenseite des BAFA

Umweltbonus neue Förderrichtline in Kraft

Wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mitgeteilt hat, ist die überarbeitete Richtlinie mit den erhöhten Fördersätzen für Elektro- und Hybridfahrzeuge am 19.02.2020 in Kraft getreten.

Für Fahrzeuge, die ab dem 5.11.2019 zugelassen wurden, gelten um 50 Prozent erhöhte Förderbeträge. Neben den grundlegenden Fördervoraussetzungen ist die paritätische Finanzierung des Umweltbonus ausschlaggebend. Die Hersteller müssen sich mit 50 Prozent am Bonus beteiligen. Die auf Grundlage der bisherigen Richtlinie ausgewiesenen Beträge sind entsprechend zu niedrig. Das BAFA akzeptiert keine nachträglich geänderten Rechnungen, räumt jedoch die Möglichkeit ein, über das Uploadportal eine Gutschrift nachzuweisen.

Erklärt sich der Hersteller bereit, eine solche Gutschrift zu gewähren, können die Fahrzeuge mit Antragstellung nach der alten Richtlinie und Zulassung nach dem 05.11.2019 den höheren staatlichen Bonus erhalten. Anderenfalls zahlt das BAFA den Bonus nur auf Höhe der alten Richtlinienfassung aus.

Im Zuge der Änderung der Förderrichtlinie wurde auch die Liste der förderfähigen Fahrzeuge angepasst.

>> Pressemitteilung des BAFA

>> BAFA: Förderverfahren für Anträge bis 18.02.2020

>> Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge, Stand 18.02.2020 (PDF)

Ergebnisse Ausschreibungen Wind a.L. / Solar

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge für die Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen mit Gebotstermin 1. Februar 2020 erteilt.

Demnach war die Ausschreibung für Windkraftanlagen an Land unterzeichnet. Bei einer Ausschreibungsmenge von 900 MW wurden 67 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 527 MW eingereicht. Hiervon wurden 66 Gebote mit gesamt 523 MW bezuschlagt und erreichten einen durchschnittlichen Zuschlagswert von 6,18 ct/kWh.

Die Ausschreibung für Solaranlagen umfasste ein Volumen von 100 MW. Darauf wurden 98 Gebote über 493 MW abgegeben. Für 18 Gebote über rund 100 MW wurde ein Zuschlag erteilt, der in einem durchschnittlichen, mengengewichteten Zuschlagswert von 5,01 ct/kWh mündete.

>> Pressemitteilung der Bundesnetzagentur

Fördermittel Ladeinfrastruktur

In einer kleinen Anfrage erkundigte sich die Bundestagsfraktion die Linke nach der Bewilligungsquote bei der Beantragung der Fördermittel für die Errichtung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Die Linke erfragte das jeweils geplante Fördervolumen für die vier Förderaufrufe. Die Bundesregierung verwies hierzu auf die Vorgabe von Kontingenten (pro Bundesland bzw. pro Kachel) bezüglich der Anzahl der zu fördernden Ladeinfrastruktur und nicht über die Vorgabe von Fördermitteln zur Steuerung der Förderaufrufe.

Zur Frage nach der Bewilligungsquote antwortete die Regierung für die ersten drei Förderaufrufe mit 67, bzw. 54 und 55 Prozent, wobei für die dritte Runde noch 11 Anträge in Bearbeitung seien. Zum vierten Förderaufruf konnte sie noch keine Angaben machen.

Als Ablehnungsgrund führte die Bundesregierung vorrangig die Überschreitung des zahlenmäßigen Kontingents an.

Im Ergebnis wurden laut Bundesregierung 7.400 Ladepunkte errichtet. Mit Stand Dezember 2019 stehen noch 12.600 bewilligte Ladepunkte zur Errichtung aus. Die häufigsten Gründe für die Verzögerung stellen demnach Engpässe bei der Lieferung der Ladeinfrastruktur, die Wartezeiten bei der Errichtung des Netzanschlusses und umfangreichere lokale Genehmigungsverfahren dar. Fünf Fälle von Rückforderung von Fördergeldern wurden bisher bekannt. Hierbei spielen fast ausschließlich die Nichtbeachtung von Auflagen eine Rolle.

Zum Hintergrund: Mit dem Förderprogramm beabsichtigt die Bundesregierung den Aufbau eines flächendeckenden und bedarfsgerechten Netzes von Schnelllade- und Normalladestationen voranzutreiben. Mindestens 15.000 Ladestationen sollen bis 2020 errichtet werden. Dafür stehen Mittel in Höhe von 300 Millionen Euro von 2017 bis 2020 bereit. Unterstützt werden sowohl private Investoren als auch Städte und Gemeinden.

Einen stärkeren Impuls als durch die Förderung werden die Errichtungspflichten für Ladepunkte nach Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie gegeben. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG), das seit dem 30.01.2020 als Referentenentwurf vorliegt, sieht umfangreiche Vorbereitungs-, Nach- und Umrüstpflichten vor. Auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es hierzu: „Der wesentliche Regelungsinhalt sieht vor, dass bei Neubau bzw. größerer Renovierung von Gebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen in Wohngebäuden künftig jeder Stellplatz, in Nichtwohngebäuden jeder fünfte Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten ist. Zusätzlich ist in Nichtwohngebäuden mindestens ein Ladepunkt zu errichten. Bis 1. Januar 2025 ist jedes Nichtwohngebäude mit mehr als zwanzig Stellplätzen zudem mit mindestens einem Ladepunkt auszustatten. Ausnahmen sind unter anderem für Gebäude vorgesehen, die sich im Eigentum von kleinen und mittelständischen Unternehmen befinden und von ihnen genutzt werden, oder für Bestandsgebäude, wenn die Kosten für die Lade- und Leitungsinfrastruktur 7 Prozent der Gesamtkosten einer größeren Renovierung überschreiten“.

>> Anfrage (BT-Drs. 19/16691)

>> Antwort (BT-Drs. 19/17109)

>> Referentenentwurf: Gesetz zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (PDF)

Kohleausstiegsgesetzentwurf

Die Bundesregierung hat den Entwurf des Gesetzes zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze (Kohleausstiegsgesetz) dem Bundestag am 26.02.2020 vorgelegt.

Die Regierung geht davon aus, dass es im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung zu steigenden Strompreisen kommen kann. Daher berücksichtigt die Regierung im Entwurf die Empfehlung der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung. „Aus diesem Grund wird die Gewährleistung einer preisgünstigen Versorgung mit Elektrizität regelmäßig anhand von Indikatoren überprüft. Bei Bedarf werden geeignete Maßnahmen ergriffen und gegebenenfalls die Ausschreibungen ausgesetzt, um eine preisgünstige Versorgung weiterhin zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ab dem Jahr 2023 ein Zuschuss auf die Übertragungsnetze ermöglicht. Zusätzlich wird eine weitere Maßnahme vorgesehen, um energieintensive Stromverbraucher ab dem Jahr 2023 weiter zu entlasten“.

>> Gesetzentwurf zum Kohleausstieg (BT-Drs. 19/17342)

Abrechnung und Nutzung Ladesäulen

In einer kleinen Anfrage erkundigt sich die FDP-Fraktion nach der eichrechtskonformen und transparenten Abrechnung der Energie beim Laden von Elektrofahrzeugen, da seit April 2019 die Ladesäulenbetreiber verpflichtet seien, verbrauchsabhängig nach Kilowattstunden abzurechnen und geladene Kilowattstunden sowie Preise transparent darzustellen. Aufgrund fehlender Genehmigungen verzögerte sich der Einbau eichrechtskonformer Zähler jedoch, sodass lokal durch die Eichämter individuelle Fristen gewährt wurden.

Auf die Fragen, wie viele eichrechtskonforme öffentliche Ladesäulen seit April 2019 errichtet wurden, bzw. nachgerüstet wurden oder werden müssen, verweist die Bundesregierung auf die Nichterhebung dieser Zahlen. Ebenfalls nicht erhoben wurde die Zahl der nicht nachrüstbaren Ladesäulen. Über deren weitere Verwendung macht die Bundesregierung keine Angaben und stellt auf den Landesvollzug des Eichrechts sowie die Verantwortung der Hersteller und Verwender ab.

Die Fraktion erfragt, wann nach Einschätzung der Bundesregierung die Nachrüstung abgeschlossen sein wird, sodass an allen öffentlichen Ladesäulen verbrauchsabhängig nach Kilowattstunde abgerechnet werden kann. Laut Bundesregierung soll dies bis Ende 2020 bei einem Großteil der Wechselstrom-Ladeinfrastruktur und bei Gleichstrom-Ladern bis 2021 dauern. Worauf die Einschätzung gründet, führt die Bundesregierung nicht an.

Zur Frage nach den Kosten der Nachrüstung nimmt die Regierung Bezug auf die Angaben der Hersteller. Für Wechselstrom-Ladeeinrichtungen beliefen sich demnach die Kosten 650 bis 2.500 Euro. Bei Gleichstrom-Systemen sei nach Leistung mit 1.000 bis 4.500 Euro zu rechnen.

Eine verbindliche Möglichkeit zur Aktivierung der Ladesäule ist nach Anfrage nicht geplant. Vier Alternativen zur Abrechnung sind bereits vorgeschrieben, z.B. über EC-Karte/ Kreditkarte. Die Aktivierung soll auf europäischer Ebene geregelt werden, um eine reibungslose grenzüberschreitende Nutzung von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen.

>> Anfrage BT-Drs. 19/16869

>> Antwort BT-Drs. 19/17207

BesAR: Tabelle Durchschnittsstrompreise

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat die für das Antragsverfahren 2020 zur Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) relevante Tabelle mit den durchschnittlichen Strompreisen veröffentlicht.

>> Tabelle durchschnittliche Strompreise 2020 (PDF)

ÜNB: Ausschreibung Kapazitätsreserve

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben die erste Ausschreibung der Kapazitätsreserve abgeschlossen. Acht Gebote mit einem Volumen von 1.056 Megawatt wurde bezuschlagt, womit alle zulässigen Gebote zum Zuge kamen. Für die Vorhaltung erfolgt eine Vergütung von 68.000 Euro pro Megawatt im Jahr.

Ab Oktober 2020 gehen die Kraftwerke, die die Reserve absichern, für zwei Jahre in die Kapazitätsreserve über.

Gemäß Bundesnetzagentur kann auf die Nachbeschaffung der verbliebenen 944 Megawatt verzichtet werden, da der Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit des Bundeswirtschaftsministeriums davon ausgeht, dass in den kommenden Jahren die Stromnachfrage jederzeit gedeckt werden kann.

Laut Bundesnetzagentur soll die Kapazitätsreserve in Zeiten, in denen trotz freier Preisbildung auf dem Großhandelsmarkt kein ausreichendes Angebot zur Deckung der gesamten Nachfrage zur Verfügung steht, zusätzliche Leistung bereitstellen. Dazu werden bestehende Erzeugungsanlagen, Speicher oder Lasten außerhalb des Strommarktes vorgehalten und bei Bedarf auf Anweisung der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit Regelzonenverantwortung nach Ausschöpfung der marktlichen Alternativen eingesetzt.

>> Pressemitteilung tennet

>> Pressemitteilung Bundesnetzagentur

>> Themenseite Kapazitätsreserve auf netztransparenz.de

GEIG Entwurf

Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz; GEIG) beschlossen.

Der GEIG-Entwurf soll die EU Gebäuderichtlinie 2018/844 in deutsches Recht umsetzen. Dadurch soll die Verbreitung von Elektrofahrzeugen über eine verbesserte Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden. Unter anderem sind weitreichende Vor-, Aus- und Nachrüstpflichten für Elektromobilität bei Neubau und Sanierung von Wohn- und Geschäftsgebäuden vorgesehen.

>> Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums

>> Entwurf GEIG (PDF)

Beihilfefreiheit des EEG

Der Bundesverband der Erneuerbaren Energien (BEE) sieht die Beihilfefreiheit des EEG gefährdet, wenn die Senkung der EEG-Umlage über die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung, bzw. dem Bundeshaushalt finanziert wird. Das EEG 2012 war durch ein Urteil des EuGH 2019 als nicht beihilferechtsrelevant eingestuft worden, da die EEG-Umlage als nichtstaatliches Mittel anzusehen sei.

Das Klimapaket sieht die Quersubvention der EEG-Umlage aus dem nationalen Emissionshandel vor. Die CSU hat den Vorschlag ins Spiel gebracht, Mittel aus dem Haushalt zur Senkung heranzuziehen.

Laut Simone Peters, BEE-Präsidentin, sei ein Weg, die EEG-Umlage abzusenken, ohne das EEG-Konto mit staatlichen Mitteln zu infizieren, die Verlagerung der Industrieprivilegien in den Bundeshaushalt. Dies würde das EEG-Konto alleine um rund fünf Milliarden Euro entlasten, ohne dass auch nur ein Euro staatlicher Mittel in das EEG-Konto fließen müsse.

Ob die beihilferechtliche Entscheidung des EuGH auf das EEG 2014 und später übertragbar ist, bzw. ob die Verlagerung der Industrieprivilegien in den Bundeshalt beihilferechtlich relevant ist, war der Stellungnahme des BEE nicht zu entnehmen.

>> Pressemitteilung des BEE

4,6 % weniger Strom Q.4/2019

Laut Statistischem Bundesamt (destatis) wurden nach vorläufigen Berechnungen im vierte Quartal 2019 rund 4,6 Prozent weniger Strom in Deutschland erzeugt und eingespeist als im Vorjahresquartal. Die Einspeisung aus der Kohleverstromung sank um 23,2 Prozent auf 41,7 Milliarden Kilowattstunden. Eine Steigerung von 5,9 Prozent auf 41,5 Milliarden Kilowattstunden war für die Erzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zu verzeichnen.

Das letzte Quartal 2019 war das einzige, in dem die Kohlestromeinspeisung die der Summe aus Windkraft und Photovoltaik übertraf. Absolut betrachtet trägt die Photovoltaik mit 5,3 TWh den geringsten Anteil an der Einspeisung. Beispielsweise erreichte die Windkraft eine Netzeinspeisung von 36,2 TWh im vierten Quartal 2019. Selbst die auslaufenden Kernenergie steuerte noch 19,7 TWh bei.

>> Pressemitteilung destatis

Strombedarf 2030

Die FDP-Fraktion im Bundestag hat sich im Rahmen einer kleinen Anfrage nach der Entwicklung des Strombedarfs bis 2030 erkundigt. Gemäß dem Vorwort der Fragesteller hat die Bundesregierung ein Ausbauziel von 65 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch ausgegeben. Die Fragen zielen darauf ab, auf welchen Stromverbrauch sich der Anteil bezieht. Dazu führt die Fraktion verschiedene Prognosen an, angefangen vom NEP der BNetzA über die Berechnungen des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln bis zu Schätzungen der Industrie. Dies würde einen erheblichen Ausbau der Erneuerbaren notwendig machen.

Konkret fragt die FDP-Fraktion u.a., mit welcher Entwicklung die Bundesregierung rechnet, besonders im Hinblick auf die Sektorkopplung u. dgl., bzw. welche Prognosen und Szenarien zugrunde gelegt werden.
Die Bundesregierung macht in ihrer Antwort deutlich, dass sie sich die verschiedenen Studien nicht zu eigen macht und „ … Projektionen bei zunehmend zeitlicher Distanz mit wachsenden Unsicherheiten behaftet sind – dies gilt insbesondere für die Zeit nach 2030“. Überdies geht die Bundesregierung davon aus, dass „ … sich der Bruttostromverbrauch aufgrund zunehmender Stromnachfrage der Bereiche Wärme und Verkehr auf der einen Seite und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf der anderen Seite im Jahr 2030 im Bereich des heutigen Niveaus bewegen dürfte“. Auf welcher Studie diese Haltung fußt, geht aus der Antwort nicht hervor.

Entsprechend fällt die Antwort auf die Frage nach dem Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren aus. Die Regierung rechnet hier mit einem Bruttostromverbrauch von 580 TWh, also in etwa dem Niveau, das die AG Energiebilanzen für 2019 annimmt.

Eine weitere Frage beschäftigt sich damit, warum die Bundesregierung ihre Ausbauziele für erneuerbare Energien im Koalitionsvertrag und Klimaschutzprogramm auf den Bruttostromverbrauch und nicht auf den Bruttoendenergieverbrauch wie etwa in der novellierten erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU vorgesehen bezieht. Unter Berufung auf das EEG 2014 verweist die Regierung darauf, dass „ … das Ziel, den Erneuerbare-Energien-Anteil am Bruttostromverbrauch zu erhöhen, auch dazu dienen [soll], den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch zu erhöhen. Für den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch hat sich die Bundesregierung ebenfalls Ziele gesetzt. So sind z. B. für das Jahr 2020 ein Ziel von 18 Prozent und für das Jahr 2030 ein Ziel von 30 Prozent erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch festgelegt“.

>> Anfrage BT.-Drs. 19/16946

>> Antwort BT.-Drs. 19/17362

Industriestromverbrauch um 4,1 % gesunken

Nach Berechnungen des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) sank der Stromverbrauch der Industrie 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent. Der Gesamtstromverbrauch im Jahr 2019 ist gemäß vorläufiger Analysen um 2 Prozent zurückgegangen. Der BDEW sieht die rückläufige Tendenz vor allem durch die Industrie verursacht, die mit rund 46 Prozent den größten Stromverbrauch aufweist. Diese hat seit Monaten aufgrund der schwächeren Wirtschaftslage einen geringeren Strombedarf. Zunächst trugen nur die Produktionsrückgänge in den stromintensiven Industrien maßgeblich zu den Verbrauchsabnahmen bei, inzwischen ist die Entwicklung im gesamten verarbeitenden Gewerbe dafür verantwortlich.

So wurden 2019 nach vorläufigen Zahlen 511 Milliarden kWh Strom verbraucht. Der Gesamtverbrauch teilt sich mit 234 Milliarden kWh (45,7 Prozent) auf die Industrie auf, gefolgt von Öffentliche Einrichtungen, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe mit 140 Mrd. kWh (27,4 Prozent) und den Haushalten mit rund 126 Mrd. kWh (24,6 Prozent). Der Verkehrssektor erreicht knapp 12 kWh (2,3 Prozent) Anteil.

Der Erdgasverbrauch erreichte 2019 leicht höhere Werte als 2018. In Deutschland wurden demnach 982 Mrd. kWh und damit absolut 3,3 Prozent mehr Erdgas verbraucht. Witterungsbereinigt beträgt die Steigerung fast 2 Prozent.

>> Pressemitteilung des BDEW

Umweltbonus 02/2020

Das BAFA hat den Zwischenstand zur Förderung der Elektromobilität, dem sogenannten Umweltbonus veröffentlicht.

Demnach sind bis zum 29. Februar 2020 insgesamt 179.473 Anträge eingereicht worden. Hiervon entfielen auf reine Batterieelektrofahrzeuge 117.887 Antragstellungen. Die Förderung für Plug-In Hybride wurde 61.473 Mal beantragt. Die Zahl der Brennstoffzellenfahrzeuge blieb mit 113 Anträgen überschaubar.

Unternehmen stellten 102.093 und Privatpersonen beteiligten sich mit 74.140 Anträgen. Die übrigen verteilen sich auf Stiftungen, kommunale Betriebe und Zweckverbände usw.

Die Zulassungen nach Hersteller werden sich verschieben. Die Post hat bekannt gegeben, die Fertigung des Streetscooter einzustellen. Zudem werden durch die veränderten Förderbedingungen seit März andere Anreize gesetzt. Der Umweltbonus wurde massiv erhöht. Der Basispreis der förderfähigen Fahrzeuge wurde aufgestockt. Die Anrechnung der geldwerten Vorteils (0,5 Prozent-Regel) bei den Firmenwagen gilt schon länger und sollte sich bald in den Antragszahlen zeigen. Die Hersteller bauen begleitend die Palette der gängigen Geschäftswagen weiter aus, beispielsweise die VW GTE Modelle oder die Mercedes E Klasse.

Neben der direkten Förderung – auch für die Ladeinfrastruktur – werden die Auflagen weiter steigen. Mit dem geplanten Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) werden Immobilieneigentümer die Parkplätze zu einem gewissen Anteil nachrüsten oder für eine Nachrüstung vorbereiten müssen. Die Kfz-Hersteller werden ab diesem Jahr für die Überschreitung der CO2-Flottenemissionen mit Strafzahlungen belegt.

>> Zwischenbilanz zum Antragstand vom 29. Februar 2020 (PDF)

>> heise.de: Elektro-Lieferwagen: Post stellt Produktion von Streetscootern ein

>> ISPEX: GEIG Entwurf

>> heise.de: Der CO2-Flottengrenzwert 2020

CO2-Preisrechner

Der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellt einen CO2-Preisrechner für Unternehmen zur Verfügung. Hintergrund ist der ab 2021 geltende nationale Emissionshandel für CO2-Emissionen auf der Grundlage des Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Ziel ist es, die Bepreisung von Emissionen zu erreichen, soweit diese Emissionen nicht vom EU-Emissionshandel erfasst sind.

Der CO2-Preisrechner soll die Kostenveränderung anschaulich machen. Die zur Kompensation vorgesehene Absenkung der EEG-Umlage steht noch nicht fest.

>> CO2-Preisrechner DIHK