bne Analyse: Hohe Renditen der VNB
Von ISPEX am 11. Jul 2025
Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat in einer Analyse auffällig hohe durchschnittliche handelsrechtliche Eigenkapitalrenditen der großen Verteilnetzbetreiber (VNB) ermittelt. Laut bne-Geschäftsführer Robert Busch seien diese Gewinne in offensichtlich zu hohen Netzentgelten begründet und sie belasteten Haushalte wie Unternehmen gleichermaßen.
Wie der bne ermittelt hat, erwirtschafteten die größten Verteilnetzbetreiber, die rund die Hälfte aller Stromkunden beliefern, seit Jahren zweistellige Renditen. Demnach lag im Jahr 2023 die durchschnittliche handelsrechtliche Eigenkapitalrendite bei 20,2 %. Besonders auffällig sei, dass einzelne Netzbetreiber wie EWE Netze (50 %), Pfalzwerke Netz (38 %) oder Westnetz (27 %) teils übermäßig hohe Gewinnmargen verzeichneten, trotz ihres monopolistischen und damit risikoarmem Geschäftsmodells, das eigentlich strenger Regulierung unterliegt. Mit der Anreizregulierung sind kalkulatorische Renditen zwischen 5 % und 7 % vorgesehen.
Nach Ansicht des bne ließen sich die regelmäßig weit höheren Renditen nicht allein durch gutes Wirtschaften erklären. Dazu führt der bne in einer Pressemitteilung aus: „Das gelingt unter andrem (sic!) dadurch, dass Netzbetreiber beispielsweise Kosten bereits im Basisjahr künstlich erhöhen, von zweifacher Inflationsanpassung profitieren und hunderte Millionen Euro an Gewerbesteuer in die Netzentgelte einpreisen, obwohl sie diese tatsächlich gar nicht zahlen“.
Daher fordert der bne im Rahmen des NEST-Prozesses* eine umfassende Reform der Netzregulierung durch die BnetzA mit dem Ziel, die tatsächliche Leistung gegenüber Netzkunden zum Maßstab für zulässige Renditen zu machen.
*NEST-Prozess der BNetzA umfasst u.a. Nachfolgeregelungen zur ARegV, StromNEV und GasNEV
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