Deutliche Entlastung bei Umlagen auf Strom 2022 – Netzentgelte teurer

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Für das Jahr 2022 ergibt sich bei den gesetzlichen Strompreisbestandteilen im Vergleich zum aktuellen Jahr eine Entlastung von über 25 %. Die niedrigere EEG-Umlage schlägt hier deutlich zu Buche. Bei den Netzentgelten geht die Tendenz voraussichtlich zu einer Verteuerung.

EEG-Umlage fällt deutlich

Die EEG-Umlage fällt für 2022 auf 3,723 ct/kWh und erreicht damit ein Niveau wie seit 10 Jahren nicht mehr. Gemessen am derzeitigen Satz von 6,500 ct/kWh entspricht dies einer Entlastung von 2,777 ct/kWh. Ursächlich für die Absenkung sind vor allem die deutlich gestiegenen Einnahmen auf dem EEG-Konto durch das hohe Preisniveau an der Strombörse. Bereits ohne weitere Zuschüsse hätte dieser Effekt zu einem Umlagesatz von 4,657 ct/kWh geführt. Zusätzlich fließt ein Bundeszuschuss von 3,25 Mrd. € aus der nationalen CO2-Bepreisung auf das EEG-Umlagekonto und trägt zur weiteren Senkung bei.
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Übrige Umlagen überwiegend gestiegen

Neben der EEG-Umlage wurde am 15. Oktober ebenfalls der Satz der Offshore-Netzumlage veröffentlicht. Diese wird im nächsten Jahr mit 0,419 ct/kWh abgerechnet, eine Erhöhung um 0,024 ct/kWh gegenüber dem aktuellen Satz.

Am 25. Oktober komplettierten die Übertragungsnetzbetreiber die Umlagebestandteile für 2022. Die KWK-Umlage steigt um 0,124 ct/kWh auf dann 0,378 ct/kWh. Bei der Umlage nach § 19 StromNEV (LV A´) stellt sich mit 0,437 ct/kWh nur eine marginale Abweichung von 0,005 ct/kWh gegenüber 2021 ein. Die Abschaltbare Lasten-Umlage gibt dagegen leicht nach und liegt 2022 bei 0,003 ct/kWh.

Gesamtbelastung deutlich verringert

In der Gesamtschau verbessert sich die Situation umlageseitig für die Unternehmen 2022. Der Posten aus Steuern, Abgaben und Umlagen bei Strom schrumpft um über 25 %. Unter Einbeziehung der Stromsteuer sowie Konzessionsabgabe für Sondervertragskunden der Letztverbrauchergruppe A´ werden auf die Kilowattstunde gesamt 7,120 ct aufgeschlagen. Im Jahr 2021 beträgt diese Belastung 9,750 ct/kWh.
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Netzentgelte voraussichtlich steigend

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) veröffentlichen Anfang Oktober die vorläufigen Preise bei den Übertragungsnetzentgelten. Nach und nach folgen die übrigen Netzbetreiber der unteren Netzebenen. Aus den bisher bekannten Preisdaten lässt sich eine Tendenz zu steigenden Netzentgelten ablesen.

Die Entgelte der ÜNB beeinflussen die Kostenentwicklung der jeweiligen Regelzone. Im letzten Jahr vor der vollständigen Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte macht sich dies deutlich bemerkbar. 50Hertz wird die Entgelte voraussichtlich um 3 % erhöhen. Bei Tennet sind leichte Steigerungen von 0,5 % zu erwarten. TransnetBW kündigte Erhöhungen von 11 bis 14 % an. Bei Amprion werden sogar bis 20 % in Aussicht gestellt.

Erste Stichproben der vorläufigen Veröffentlichungen zeigen, dass voraussichtlich auch in den Verteilnetzen mit steigenden Kosten für 2022 zu rechnen ist. Flächendeckende Auswertungen für die einzelnen Netzebenen liegen allerdings noch nicht vor.

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