EnEfG: Pflichten für Unternehmen

Das BAFA hat das Merkblatt zum Energieeffizienzgesetz aktualisiert. Zwar standen bei der zweiten Überarbeitung seit November letzten Jahres redaktionelle Änderungen im Vordergrund. Dennoch lohnt es sich, die Pflichten für Unternehmen im Auge zu behalten.
Pflichten, Unternehmen, Energieeffizienzgesetz, EnEfG, §8, §9, §16, §17
Das am 18.11.2023 in Kraft getretene Energieeffizienzgesetz (EnEfG) sieht u.a. umfangreiche Pflichten für Unternehmen gestaffelt nach dem durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch (GEV) vor. Der Durchschnitt ermittelt sich aus dem Gesamtendenergieverbrauch der letzten drei Jahre. Zur Ermittlung lässt sich ein entsprechendes Merkblatt des BAFA heranziehen.

Pflichten im Bereich Managementsysteme

Ab 7,5 GWh GEV: Einführung Energie- oder Umweltmanagementsystem (§ 8 EnEfG)

  • Energiemanagementsystem (ISO 50001) oder Umweltmanagementsystem (EMAS)
  • GEV > 7,5 GWh bis 17.11.2023: Einrichtungsfrist 18.07.2025
  • GEV > 7,5 GWh nach 17.11.2023: Einrichtungsfrist 20 Monate ab Statuserreichung
  • Befreiung von der Energieauditpflicht während der Einrichtung
  • Zusatzanforderungen EMS/UMS:
    • Erfassung u.a. Energie, Prozesstemperaturen, Abwärmenutzung
    • Identifizierung und Darstellung:
      • Technisch realisierbare Endenergieeinsparmaßnahmen
      • Maßnahmen zur Abwärmerückgewinnung und -nutzung
  • Wirtschaftlichkeitsbewertung identifizierter Maßnahmen (VALERI DIN EN 17463)

Ab 2,5 GWh GEV: Erstellung und Veröffentlichung von Umsetzungsplänen (§ 9 EnEfG)

  • Umfasst alle als wirtschaftlich identifizierten Endenergieeffizienzmaßnahmen
  • Identifikation erfolgt im Rahmen des
    • Energiemanagementsystems
    • Umweltmanagementsystems
    • Energieaudit nach EDL-G
  • Wirtschaftlichkeitsbewertung nach DIN EN 17463 VALERI
  • Frist 3 Jahre ab:
    • Abschluss der Re-Zertifizierung EMS
    • Verlängerungseintragung UMS
    • Fertigstellung des Energieaudits
  • Vor Veröffentlichung Bestätigung der Vollständigkeit und Richtigkeit der Umsetzungspläne
    durch Zertifizierer, Umweltgutachter oder Energieauditoren

Pflichten im Bereich Abwärme

Ab 2,5 GWh GEV: Vermeidung bzw. Nutzung von Abwärme im Unternehmen (§ 16 EnEfG)

  • Pflicht zur Vermeidung und Reduktion von Abwärme soweit zumutbar:
    • Nach dem Stand der Technik zu vermeiden
    • Auf technisch unvermeidbare Abwärme zu reduzieren
  • Zumutbarkeit anhand technischer, wirtschaftlicher und betrieblicher Belange
  • Anfallende Abwärme ist durch Maßnahmen und Techniken zur Energieeinsparung durch Abwärmenutzung wiederzuverwenden („möglich und zumutbar“)
  • Zumutbarkeit anhand technischer, wirtschaftlicher und betrieblicher Belange
  • Maßnahmen zur Abwärmenutzung beziehen auch ein:
    • Das Betriebsgelände
    • Externen Dritte
  • Kaskadenförmige mehrfache Nutzung der Abwärme

Ab 2,5 GWh GEV: Übermittlung von Informationen zur Plattform für Abwärme (§ 17 EnEfG)

  • Auskunftspflicht über im Unternehmen anfallende unmittelbare Abwärme an:
    • Betreiber von Wärmenetzen
    • Fernwärmeversorgungsunternehmen
    • Sonstige potentielle wärmeabnehmenden Unternehmen
  • Die Informationen umfassen u.a.:
    • Standortadressen, an denen die Abwärme anfällt
    • Jährliche Wärmemenge und maximale thermische Leistung
    • Leistungsprofile im Jahresverlauf
    • Möglichkeiten zur Regelung von Temperatur, Druck und Einspeisung
    • Durchschnittliche Temperaturniveaus
  • Turnusmäßig Übermittlung der Informationen an die Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE)
  • Frist: 31. März eines jeden Jahres
  • Elektronische Übermittlung an die Plattform Abwärme (PfA bei der BfEE)
  • Übermittelte Informationen sind bei Änderungen unverzüglich zu aktualisieren

>> Merkblatt für das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) (Stand 01.03.2024)

>> Merkblatt zur Ermittlung des Gesamtendenergieverbrauchs (Stand 23.02.2024)

Ihr Ansprechpartner

Marco Böttger

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0921 - 150 911 110 0921 - 150 911 115