Energiemarkt-Kommentar: Strom- und Gaspreise für Unternehmen im Juli stabil – fallende Großhandelspreise im August

ISPEX Energiemarkt Kommentar August 2019

Die Strompreise für die Unternehmen zeigten sich im Juli gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Der ISPEX-Strompreisindex steigt um 0,2 Prozent auf 5,288 ct/kWh. Die Gaspreise gaben geringfügig nach. So notiert der ISPEX-Gaspreisindex mit 2,056 ct/kWh ein halbes Prozent niedriger als noch Juni.

Anders die Situation an den Terminmärkten: Die Strompreise setzten ihre Aufwärtsbewegung aus dem Juni fort und erreichten die bislang höchsten Werte des laufenden Jahres. Auch die Gaspreise zogen zu Beginn des Monats zunächst deutlich an, gaben jedoch in der zweiten Monatshälfte wieder nach.

Strompreise an der Börse markieren neuen Jahreshöchstwert

Anfang Juli fiel der Baseload-Kurs für das Jahr 2020 zunächst auf 48,00 €/MWh. Darauf folgte allerdings eine steile Aufwärtsbewegung bis maximal 53,12 €/MWh. Bis zum Monatsende verlor der Terminwert jedoch wieder und schloss den Monat mit 50,90 €/MWh.

Im Mittel lag die Baseload-Notierung für das Frontjahr bei 50,89 €/MWh und damit 3,41 €/MWh bzw. rund 7 Prozent über dem Durchschnitt des Vormonats. Ähnlich auch die Veränderung für die darauffolgenden Jahre. Für das Jahr 2021 legte der mittlere Baseload-Preis um 3,32 €/MWh und für das Jahr 2022 um 3,16 €/MWh zu.

Entwicklung der Großhandelspreise für Strom

ISPEX Preischart Strom 2019 07

ISPEX-Strompreisindex kaum verändert

Die Strompreise für das Gewerbe bleiben im Juli weitgehend stabil, nachdem sie im Vormonat noch leicht zugelegt hatten. Der Zuwachs von 0,012 ct/kWh auf 5,288 ct/kWh entspricht einer Veränderung von 0,2 Prozent. Somit wirken sich die deutlichen Preissteigerungen an den Börsen auf die Unternehmen bislang noch nicht aus.

ISPEX Strompreisindex Juli 2019

Volatile Börsenpreise für Erdgas

Die Terminmärkte für Erdgas waren im Juli durch starke Preisschwankungen gekennzeichnet. Zu Monatsbeginn stellte sich für das Frontjahr zunächst ein sprunghafter Preisanstieg um mehr als 2,00 €/MWh ein. In der zweiten Hälfte des Monats drehte sich der Preistrend aber wieder und die Preise kehrten auf das Niveau von Anfang des Monats zurück.

Trotz des turbulenten Preisverlaufs sind im Monatsmittel kaum Veränderungen gegenüber dem Vormonat festzustellen. Die durchschnittlichen Notierungen für die kommenden drei Lieferjahre liegen jeweils in der Größenordnung von 19,00 €/MWh und damit auf nahezu gleichem Niveau wie im Juni.

Entwicklung der Großhandelspreise für Erdgas

ISPEX Preischart Gas 2019 07

ISPEX-Gaspreisindex nahezu unverändert

Auch die gewerblichen Einkaufspreise für Erdgas bleiben im Juli stabil. So gibt der ISPEX-Gaspreisindex nur marginal um 0,01 ct/kWh nach und notiert jetzt bei 2,056 ct/kWh.

ISPEX Gaspreisindex Juli 2019

Deutlich fallende Großhandelspreise im August

Anfang August zeigt sich ein deutlich rückläufiger Preistrend bei den Terminmarktpreisen für Strom und Erdgas. Mit aktuell ca. 49,00 €/MWh hat der Baseloadpreis für das Jahr 2020 gegenüber dem Höchstwert aus dem Juli um gut 4,00 €/MWh nachgegeben. Am Gasmarkt verzeichnete der Terminkurs für das Frontjahr mit Preisen unter 18,00 €/MWh den bisher tiefsten Stand im laufenden Jahr.

Nach den unerwarteten Preissteigerungen in der ersten Hälfte des Vormonats scheint die aktuelle Entwicklung an den Börsen wieder eher einer realen Ausgangslage zu entsprechen. Und zu dieser gehören: zunehmend pessimistische Konjunkturerwartungen, ein Überangebot an fossilen Energieträgern und ein hohes Maß an geopolitischer Unsicherheit.

Die Börsenpreise für Strom hängen unverändert stark mit den Preisen für CO2-Zertifikate zusammen. Diese hatten im Juli mit knapp unter 30,00 Euro pro Tonne ein neues Rekordhoch erreicht. Seit Anfang August befinden sich die CO2-Preise aber wieder in einer Abwärtsbewegung und haben mittlerweile mehr als 3,00 Euro pro Tonne nachgegeben. Nach Einschätzung einiger Analysten spielt hier ein drohender No-Deal-Brexit wieder eine größere Rolle – mithin die Aussicht auf ein Überangebot an Zertifikaten. Sollte es wider Erwarten Ende Oktober jedoch (noch) nicht zu einem Brexit kommen, könnten sich allerdings einige britische Unternehmen in einer Situation wiederfinden, in der sie kurzfristig noch Zertifikate zukaufen müssten. Der November könnte also ein riskanter Monat für eine Strombeschaffung sein.

Bei den Gaspreisen machen sich die derzeit ungewöhnlich hohen Speicherstände bemerkbar. Nach aktuellen Schätzungen könnten bereits Ende August die Lagerstätten sowohl in Deutschland als auch in Europa zu 100 Prozent gefüllt sein. Und dies trotz der Tatsache, dass im laufenden Jahr die Stromerzeugung aus Erdgas erstmals rentabler ist als jene aus Kohle. Dazu tragen auch wesentlich die Lieferungen von Flüssiggas aus den USA bei. Auch der Ölpreis ist zuletzt stark gefallen und reflektiert damit die Verwerfungen im globalen Handel.

Fortwährende Marktbeobachtung und -analyse machen in der Energiebeschaffung den Unterschied. ISPEX bietet hierbei umfassende Unterstützung an. Von der Bewirtschaftung von Tranchenverträgen für die strukturierte Energiebeschaffung bis zum Abschluss des bestmöglichen Stichtagspreises im Rahmen einer interaktiven Online-Ausschreibung können über die innovativen Systeme von ISPEX sämtliche Beschaffungsmodelle abgebildet werden.

Haftungsausschluss

Die Analyse der genannten Energiepreise wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und dient lediglich zu Informationszwecken. Die ISPEX AG und/oder der Autor übernehmen weder das Risiko einer Investitionsentscheidung, die auf obiger Analyse basiert, noch Verantwortung für eventuell daraus entstehende Verluste oder Kosten. Diese trägt der Investor alleine.

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Andreas Seegers

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