PPA für Mittelstand und Industrie – immer noch attraktiv?
Von ISPEX am 7. Apr 2026
Nachdem PPA-Verträge spätestens seit Beginn der laufenden Dekade einen regelrechten Boom verzeichneten, sind die Marktaussichten mittlerweile etwas verhaltener. Gleichwohl haben sich Direktlieferungen aus PV- und Windparks längst etabliert und sind auch für kleinere und mittlere Unternehmen zu einem gängigen Modell geworden. Bleiben PPA-Verträge auch kurz- und mittelfristig attraktiv für Unternehmen? Eine Bestandaufnahme.
Der PPA-Markt: Rückgang beim Volumen, Anzahl der Verträge bleibt stabil
Nach dem Rekordjahr 2024 musste der PPA-Markt 2025 eine deutliche Konsolidierung hinnehmen: die Volumina bei Solar-PPAs haben sich erheblich verringert, insgesamt ist die vertraglich festgelegte Leistung laut des Unternehmens Pexapark im Vergleich zu 2024 um über die Hälfte auf knapp 1 GW gefallen – dass die Anzahl der abgeschlossenen Verträge dabei relativ stabil blieb, zeigt auch den Trend hin zu kleineren Transaktionen.
Zahlen nach Pexapark, Grafik ISPEX
Preisbildung orientiert sich am Terminmarkt
Die Auswirkungen des deutlichen Rückgangs der PPA-Volumina auf die Preise halten sich allerdings in Grenzen: zwar sind die Preise in den letzten 12 Monaten nach eigenen Erfahrungen mit PPA-Projekten leicht zurück gegangen, allerdings orientiert sich die Preisbildung in der Regel an den Terminmarktpreisen für die entsprechende Lieferperiode. Angesichts der aktuellen Entwicklungen, nicht zuletzt durch den Nahostkrieg bedingt, ist für die nähere Zukunft auch bei PPA-Verträgen wieder mit tendenziell steigenden Preisen zu rechnen.
Preissicherung und „echter“ Grünstrom mit PPA
Vor dem Hintergrund weiterer Unsicherheiten am Energiemarkt und der aktuell hohen Preise für fossile Energie sind PPA-Verträge mit Festpreis derzeit dennoch eine echte Alternative. Dies gilt für Langfristverträge mit Neuanlagen, aber gerade bei kleineren Volumen auch für ausgeförderte Anlagen mit Laufzeiten zwischen einem und drei Jahren. Je nach passendem Verbrauchs- und Erzeugungsprofil können damit erhebliche Einsparungen erzielt werden. In der Regel gilt: je höher der direkt verbrauchte Anteil aus der Erzeugung, desto attraktiver die PPA-Lieferung.
Quelle: ISPEX
Für Unternehmen, die echten Grünstrom beziehen wollen, ist ein PPA nach wie vor das Mittel der Wahl. Bei Vergünstigungen wie der Strompreiskompensation kommt ein weiterer Aspekt hinzu: die hierfür geforderten gekoppelten Herkunftsnachweise (30% des förderfähigen Volumens) können am besten dadurch nachgewiesen werden, dass dem Bezug eine zeitgleiche erneuerbare Erzeugung gegenübersteht.
Vertragsmodelle und Risiken
PPA-Anbieter bieten eine Reihe verschiedener Vertragsmodelle an, die bei physischer Lieferung neben Pay-as-produced und Pay-as-forecasted auch Bandlieferungen oder Modelle wie Pay-as-consumed umfassen. Möglich sind auch Lieferverträge, die z.B. Windenergie und Photovoltaik kombinieren oder die Erzeugungsprofile mit Hilfe von Batteriespeichern glätten.
Die volatile Erzeugung von erneuerbaren Anlagen und nicht zuletzt die Zunahme negativer Preise am Spotmarkt zählen zu den wichtigsten Risiken, die beim Abschluss eines PPA-Vertrags beachtet werden sollten. Je nach Vertragsmodell lassen sich diese Risiken verringern, was aber auch entsprechende Auswirkungen auf die Preisgestaltung hat. Je mehr Risiken der Abnehmer bereit ist zu tragen, desto günstiger ist in der Regel der Preis.
Erneuerbare Energie im Wettbewerb
Durch die Zunahme der erneuerbaren Erzeugung wächst auch der Wettbewerb zwischen den Anlagenbetreibern. Für Anlagen und Parks, die niedrige oder aufgrund des Alters keine EEG-Vergütungen mehr erhalten, sind PPA-Verträge oft die beste Möglichkeit der Zukunftssicherung. Dies können sich potenzielle Abnehmer bei den Verhandlungen zunutze machen und gerade bei steigenden Energiepreisen deutliche Preisvorteile erzielen.
Insgesamt sind also PPA-Verträge nach wie vor eine attraktive Lösung für Unternehmen, die echten Grünstrom zu vernünftigen Konditionen beziehen wollen.
PPA-Belieferung: Status quo und neue Potenziale
sich langfristig gegen volatile Energiemärkte abzusichern. Das Online-Briefing gibt
einen kompakten Überblick über aktuelle Marktentwicklungen, geeignete PPA-Modelle
sowie Potenziale hybrider Lösungen aus Wind, PV und Batteriespeichern.
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