Energiemarkt-Kommentar: Strompreise legen zu

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Mit dem Ende der Ferienzeit haben sich die Strompreise der Versorger im September verteuert. Der ISPEX-Strompreisindex steigt im Vergleich zum Vormonat um 2,4 % auf 4,85 ct/kWh. Die Angebotspreise für Gas geben hingegen leicht nach: Der ISPEX-Gaspreisindex notiert knapp 1,0 % günstiger bei 1,59 ct/kWh.

Terminmarkt: Strompreis für 2021 fällt leicht

Im Vergleich zu den Vormonaten ist die Volatilität an der Strombörse im September eher gering. Auf eine Abwärtsbewegung mit einem vorläufigen Minimum von 40,76 €/MWh folgt ein Kursanstieg zur Monatsmitte – in der Spitze einmalig knapp oberhalb der Marke von 43,00 €/MWh. Allerdings notiert das Lieferjahr 2021 im September überwiegend im Korridor von ca. 40,60 €/MWh bis 42,00 €/MWh.

Im Monatsmittel kostet das Frontjahr 41,58 €/MWh und ist damit 3,4 % teurer als noch im August. Die Jahre 2022 sowie 2023 kosteten im Durchschnitt 44,79 €/MWh bzw. 46,75 €/MWh. Die Notierungen verzeichnen damit einen Anstieg von 2,0 % bzw. 1,7 % gegenüber dem Vormonat.

Entwicklung der Großhandelspreise für Strom

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ISPEX-Strompreisindex: Energielieferanten erhöhen ihre Preise

Im Vergleich zur Preisentwicklung an der Börse fällt der Anstieg der Angebotspreise für die Unternehmen im September etwas schwächer aus. Der ISPEX-Strompreisindex legt um 2,4 % bzw. 0,11 ct/kWh zu und notiert jetzt bei 4,85 ct/kWh.

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Gasbörse: Frontjahr verteuert sich um vier Prozent

Die Börsenpreise für Erdgas setzen im September ihren leichten Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort. Die Notierung für das Frontjahr erreicht bereits am ersten Handelstag einen Wert von 14,45 €/MWh. Im weiteren Verlauf geben die Preise wieder etwas nach und pendeln überwiegend im Bereich zwischen 13,50 €/MWh und 14,00 €/MWh.

Im Mittel kostete das Frontjahr im September 13,85 €/MWh, ein Anstieg um 4,1 % im Vergleich zum Vormonat. Das Kalenderjahr 2022 legt um 1,0 % auf 14,96 €/MWh zu. Die Handelspreise für das Jahr 2023 geben dagegen leicht nach und liegen durchschnittlich bei 15,53 €/MWh.

Entwicklung der Großhandelspreise für Erdgas

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ISPEX-Gaspreisindex: Gewerbepreise leicht rückläufig

Angesichts des Geschehens an der Börse ist die Entwicklung der Gaspreise für die Unternehmen erfreulich. Der ISPEX-Gaspreisindex gibt um knapp 1,0 % nach und fällt auf 1,59 ct/kWh.

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Ausblick: CO2-Preise drücken Stromkurse abwärts

Nachdem die Spekulation um ein höheres CO2-Reduktionsziel der EU am Markt für die Emissionsrechte zunächst abgeklungen ist, sind auch die Preise für Strom gefallen. Erstmals seit August ist der Kurs für das Frontjahr (Base) zuletzt knapp unter die Marke von 40,00 €/MWh gefallen. Die Erdgaspreise zeigen sich an den Börsen weiterhin stabil: Das Kalenderjahr 2021 notiert im Korridor von ca. 13,50 bis 14,10 €/MWh.

Die Stromnachfrage hat im September geringfügig zugelegt und die Daten aus der deutschen Automobilindustrie lassen hoffen, dass sich die Industrieproduktion im vergangenen Monat noch ein gutes Stück erholen konnte. Angesichts der sich abermals verschlechternden Pandemielage steht allerdings zu befürchten, dass die wirtschaftliche Entwicklung noch einige Monate unter dem normalen Niveau verharren wird. Steigende Energiepreise aufgrund einer „brummenden Konjunktur“ sind somit vorerst nicht zu erwarten. Zudem hat am CO2-Markt eine Abwärtsbewegung eingesetzt, was auf die hohen Auktionsvolumina bis Jahresende zurückzuführen ist. Allerdings kann sich der Trend zumindest vorübergehend schnell wieder umkehren, sollten sich die Pläne der EU für eine stärkere Reduktion der umlaufenden Emissionsrechte in der vierten Handelsperiode ab 2021 konkretisieren. Ebenfalls könnten die Strompreise wieder anziehen, falls sich Erdgas aufgrund von lieferseitigen Engpässen oder knapper Kernkraftkapazität in Frankreich noch etwas verteuert.

Das Aufwärtspotenzial bei den Preisen für Erdgas sollte allerdings begrenzt sein. Denn die Lager in Europa sind nahezu voll, manche Länder haben gar Reserven in der Ukraine eingespeichert. Und erste Gaskraftwerke in Deutschland wurden aufgrund der gestiegenen Gaspreise im September bereits von Kohlemeilern verdrängt. Ein Trend, der sich noch verstärken könnte, sofern die CO2-Preise weiter fallen. Ein Risiko für die fossilen Energiepreise stellt allerdings das Wetterphänomen „La Nina“ im Pazifikraum dar. Dieses könnte für ein Anziehen der Nachfrage in Südostasien sorgen und gleichzeitig Probleme in Förderregionen verursachen.

Ihr ISPEX-Energiemanager behält die Entwicklung der Marktpreise laufend für Sie im Blick und berät Sie zu den möglichen Strategien bei der Energiebeschaffung. Gern zeigen wir Ihnen auf, welche Auswirkungen die aktuellen Börsenentwicklungen auf Ihr Energiebudget haben. Bitte sprechen Sie uns an!

Haftungsausschluss

Die Analyse der genannten Energiepreise wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und dient lediglich zu Informationszwecken. Die ISPEX AG und/oder der Autor übernehmen weder das Risiko einer Investitionsentscheidung, die auf obiger Analyse basiert, noch Verantwortung für eventuell daraus entstehende Verluste oder Kosten. Diese trägt der Investor alleine.

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Andreas Seegers

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